Norden- Westen- Osten-hatten wir schon

jetzt geht es in Richtung Nordost- nach Polen!

Reissebericht:

30.8.2008 Die Spannung ist allen anzumerken- sogar die Pferde scheinen vom Reisefieber befallen-jedoch Sonne, frische Luft und das wohlwollende Wort „Urlaub“ bringen die 6 Reiter auf einen anderen Hufschlag. Die erste Gepäckkontrolle über ein Stoppelfeld -alles hält!Ein Gartenfest dachte schon, es käme die erwünschte Kinderbeschäftigung; wir hingegen dachten an die ersten Kilometer, die noch auf uns warteten. Den Pöhlberg von seiner Rückseite und Mildenau unter Beschuss- wohl ein Schützenfest?! Heimat- ganz anders!

Leicht zu erwandern und noch nie dort gewesen! Eine idylische Mühle mit ganz netten Wirtsleuten gewährt uns das erste Quartier im Naturfreundehaus in Arnsfeld

31.8. Die Lagebesprechung mit den ortskundigen Pobershauern bringt uns um das Übungsgelände, ohne Gefahr zu laufen, als Feindbild eingestuft zu werden. Schon einen Steinwurf vom Heimatgebiet entfernd beginnt eine andere geologische Formation- steiler,enger...anstrengender. Der Fernreitweg führt uns ins Unterholz, ein Windbruch erschwert die Strecke und eine Kuhkoppel beendet diese ganz. Umorientierung, Kartenstudium und wieder mit den bepackten Pferden wenden. Der zweite „kurze“ Weg wird so zum Wendemanöver. Wenigstens verziehen sich die grauen Wolken. Kammwege, die ins erwünschte Tal führen. Vorbei kommen wir  nicht: am besten Eis von Pobershau- und wie für uns gemacht, gibt es dort auch einen Obstgarten zum „grünen Snack“

Die Bewirtung ist köstlich und ein Zelt hält dem Sturm und auch dem Schnarchkonzert von Hund und Reiter stand.

1.9. Schon geübter geht das Satteln und bepacken- am dritten Tag kennt man sein Pferd und das Pferd den Reiter. Das Gerangel um „das Wort“ wird weniger und die ganze Sache mit dem Putzen ohne Anbindebalken entspannt sich. Das Verschnüren von Satteltaschen wird routinierter und bald zeugt nichts mehr von dem Nachtlager mit  Sätteln, deren Unterlagen,den Trensen, den Halftern, Anbindestricken, Satteltaschen und deren Gepäckinhalte, Schlafsäcken, Regenmänteln, Kartenhülle...

Sonne- und einen Migränefall- also die kürzeste Strecke!

Weit kommen wir auch nicht, dann beginnt der Regen- es wird kalt, feucht und die Rast in Olbernhau fällt buchstäblich ins Wasser! Wenigstens nicht ins Gewitter- dem reiten wir sichtlich hinterher. Aber dem Test „wasserdicht“ hält nur ein einziger Reiter stand. Bei einem verrutschte der Chap. Die Wahl- ob mit viel Bewegung das Leck gestopft, oder sich aber dadurch noch weitere Eintrittspforten öffneten- blieb bei eben einer nassen Wade. Beim Andern hielt das Imprägnierspray genau bis zum ersten Wassertropfen und den Anderen lief es zu „vergessenen“ Stellen hinein. Wenn sich solch feuchte Stellen ausbreiten, hofft man schon auf ein himmlisches Erbarmen- nach 4 Stunden sollte es uns ereilen! Mit Sonne und Wind- der den Rest trocknete. Genau richtig zum Absatteln- angekommen auf der Kanadischen Ranch!

Die Begeisterung ein prasselndes Feuer und heißen Tee zu sichten, muss man spüren! Etwas geschafft zu haben, Naturgewalten getrotzt- und auch unangenehme Dinge gemeistert zu haben stärkt uns- und macht Hunger! Welch Freude von Freunden ein wunschloses Mahl zu erhalten. Die erste Hufkontrolle mit zwei Veränderungen- Doumbledore erhält heute schon seine hinteren Beschläge. Nun läuft nur noch seine Mutter ohne Kunststoff an den Hufen- eine lobenswerte Neuerung dem alten Eisen gegenüber.

Die Nacht im und am Blockhaus mit Käutzchen und am zeitigen Morgen mit zwei Füchsen tut den gestressten Ohren gut. 4 Uhr- Zeit für die erste Ration:Das zufriedene Muffeln von Hafer lässt mich wieder weiter schlafen. Gut verdaut, kann man auch Leistung bringen-

2.9. Rauch weckt die Ersten, den Letzten der Duft von Spiegeleiern auf dem Lagerfeuer- heißes Wasser und der erste Kaffee bringt die Lebensgeister wieder...

Während der Küchendienst alles wieder in Ordnung bringt, holen wir zu zweit 6 Pferde. Die ersten beiden stehen am Anbindeplatz, an dem nur noch ein verlassener Strick baumelt. Die Beiden hinter mir finden gar nichts zum Anbinden- rufen, suchen- sich verbreitende Unruhe- die beiden Bummelanten erschrecken und ziehen von hinten an uns vorbei. Frank lässt vor Schreck die Stute los und hält sein Reitpferd fest. Ein verhängnisvoller Fehler, denn nun ist die Chefin frei! Der, den ich gerade festhänge bleibt ebenfalls am Balken- aber der andere düst seiner Mutter hinterher- 4 davon galoppierende Pferde und 5 mobile Reiter- deren Gesichter immer hoffnungsloser werden. Ein Piff, der die Meute abstoppt. Ein Rufen, was sie wendet – Pferd wie Reiter und ein freudiges Wiehren, als alle wieder bei einander stehen.

Der Adrinalinschub für Zweibeiner?!

Das Lehrgeld: Anbindestricke bleiben griffbereit und jeder führt sein Pferd aus der Weide! Nun wieder mit Reittier geht es in Richtung kleines und großes Vorwerk-

Die Kreuztanne weißt uns die Richtung und wir kommen in Rechenberg an einer DB Gaststätte vorbei. Die verlockende Wiese fällt mir gleich ins Auge- Mittagsrast wäre hier gut! Der nette Gastwirt lässt einkoppeln, bringt Wasser für den Hund und die Speisekarte für uns. Die 6 grasen in ihrem Areal, als uns ein Knall hoch jagd! Einer rennt nach Links und 5 nach Rechts- ich nehm den direkten Weg über einen Gartenzaun und kann 2 Pferde erwischen, die dem Rechten im Bogen gefolgt waren. Micha nimmt den Weg um den Bahnhof, um abstoppen zu können, Jana blockiert die Zufahrtsstraße und Katrin nimmt mir Navaju ab- der Rest rennt auf die Gleise-

Michas Rechnung wäre aufgegangen. Wenn nicht....Frank, gerade erleichtert, die Tür noch in der Hand- sein Pferd vorbei flitzen sieht!

Dem illegalen Entfernen ein Ende bereitend, übernimmt er die Spurenaufnahme. Mit aller Energie, die das Fluchttempo beschleunigt. Das wiederum verlangt von Frank den vollen Einsatz und er rennt, wie noch nie in seinem Leben- leider am falschen Ende. Das „Nicht treiben!“ hört er weder von mir, noch vom Micha der von den Vier verfolgten ignoriert wird. Mir bleibt nur noch eins- mit der Chefin ums Haus, an die Gleise und ihr Wiehren stoppt die Vier endlich! Eingeleitetes Wendmanöver und auf dem direkten Weg zu uns. Angelika kommt ebenfalls ahnungslos aus dem WC und nimmt mir und Jana einen ab. Als 5 min später der Zug vorbei fährt, stehen alle Gleisgalopper an einem Baum- schön verschnürt- aber völlig ruhig! Lehrgeld: nie sicher sein und nie an solchen Plätzen Mittag machen!

Ein weiteres Tal galt es zu erklimmen- ein netter Autofahrer zeigt uns den versteckten Eingang zum Heuweg. Richtung Nassau und wir kommen gut voran, deswegen entscheiden wir uns auch den Weg zur Burg zu nehmen. Frauenstein wir kommen! Und Frauenstein liegt natürlich oben! Also reiten, wandern, klettern und stapfen wir dem Fels empor, der nicht zu enden scheint...auch die Ebene, die doch um jede Ecke endlich die Burg enthüllen müsste, scheint erbarmungslos! Der Anblick der Ruine jedoch entschädigt alles!

Ein Foto vom Burgtor und den Klang der Hufe über die uralten Steine-

ein Hauch von Geschichte umwebt die Köpfe, bis Jana laut denkt! „Es klascht glei!“

Reichenau liegt gleich um die Ecke. Wir werden von Einheimischen auch so geschickt. Der Umweg enthüllt uns zwar die künstlerischen Anwandlungen eines Kleides, aber Lehrgeld: glaube der Karte!

Das Gut unserer Freunde erinnert mich an unsere Baugeschichte- habt Geduld, nehmt Euch Zeit und vergesst Euer Leben nicht dabei...

Wir sind die ersten Gäste und wir teilen uns die erste Nacht in dessen Gemäuern-

wir in der Scheune, die Pferde auf der Koppel und die Drei in ihrem Haus.

 

3.9. Das Frühstück in irdenem Geschirr, mit Ökoprodukten und den ersten eigenen Tomaten- herrlich!!! Gut gestärkt reiten wir nun auf die Nachbarburg- Lauenstein.

Das große Waldgebiet durchziehen asphaltierte Wege- Loipen! Das Reiten wird zur Straßentour, die ich gen Schellerhau nach 3 Stunden abkürze. Der Eierkuchensteig erscheint mir endlich als huffreundlich. Nach einem kurzen Abstieg erfolgte natürlich- wie in den letzten 4 Tagen- auch wieder ein Anstieg.

Hätten wir geahnt, welcher, hätte ich mir meine Abkürzung doch überlegt!

Mit krebsroten, schnaufenden Gesichtern verweilen wir neben unseren Rössern, die ebenfalls- und immer mehr-Luftholpausen in Anspruch nehmen!

Die Steigung zum Keilberg ist harmlos dagegen- obwohl hier kein 800m zu erklimmen sind.

Die Aussicht auf ´s Mittagessen und die wiederholt,versprochene Ebene schleppt uns zum Gasthof- der Ruhetag hat!

Im Loipengebiet ergibt sich jedoch um jede Hausecke eine neue Möglichkeit- und die ersehnte Schlafpause für alle Vierbeiner. Nach einer anschließenden Fresspause für unsere Rösser, peilen wir Altenberg an. Auffüllen verzählter Teile und verschossener Filme. Kaffeepause beim Bäcker und Snackverkostung vor der Drogerie- mit guten Worten und einer Wegbeschreibung geht’s an den Bergbaulehrpfad- den wir auch finden.

Nur machte mich der Hinweis: WASSERFALL stutzig!

Der Weg jedoch machte einen stabilen Eindruck- sehr kurvenreich und bergab- aber mit den geführten Pferden im Gepäck machbar- bis die ersten Stufen die Sache erschwerten. Nun sind Stufen nicht unmöglich, aber bei 24 suche ich nach Alternativen. Strecke abgehen, prüfen, Weg finden oder umkehren-Jana rutschte auf den Gesäßbeinknochen neben den Stufen den Hang abwärts, während Pumpkin ihr folgte- noch nicht rutschend. Aus Sicherheitsgründen nehme ich den 3 Mitreitern nun aber ihre Pferde lieber ab- also mit Pferd den Hang abwärts, Übergabe und auf allen Vieren wieder hoch- den Nächsten holen...

Wenn wir aber schon von Unkundigen auf diese Strecke geschickt werden: muss auch jeder sein Foto bekommen!

Während ich mit 2 Knöpfen an der Kamera kämpfe, hält Micha mein Pferd und jedes rutscht auf. Sein Pferd läuft alleine,bestrebt den Anschluß nicht zu verlieren, nimmt er die Abkürzung durch 2 Birken. Die Packtaschenmaße nicht berechnend kundet ein bekanntes Geräusch von kommenden Näharbeiten. Michas Gesicht wird zum sauren Gurkentopf.

Und ich könnte jubeln, denn wir sind alle gesund und ohne Schäden dem Hang entkommen!

Geising liegt vor uns und ein uraltes Bäuerlein schickt uns zum Leitenweg!?!

Durch die hübschen Gassen gelangen wir wieder an einen Berg- absitzen!

Der Anstieg ist kurz- überschaubar,aber eben wieder steil. Dann führen uns breite Stufen auf eine Ebene- die wir heute nicht mehr verlassen werden- wir sind fast am Ziel. Nur noch bergab bis zu 2 Teichen- und ein ganz herzlicher Begrüßungsschwall empfängt uns. Wanderreiter, die Wanderreiter empfangen, wissen von was man spricht und wie froh man ist- angekommen zu sein!

 

4.9. Nach einer Superverpflegung geht es den Hangweg aufwärts-

gut beschriebene Reitwege, die uns zum nächsten Ziel führen sollen im Kopf, lauf ich neben meinem Pferd her- als ein fremdes Pferd gemeldet wird!? Ein Mitbringsel will uns begleiten-dem muss ich natürlich Einhalt gebieten und verschnüre die kleine Zwecke mit meinem Führstrick. Den Berg wieder hinab -Übergabe und auf schnellen Füßen zu meiner wartenden Meute- hm- wie war das mit links, links,rechts???

Eine nette Bäckersfrau erklärt uns dann, wo wir stehen- viel zu weit ! Karte raus-

einordnen und erfreut die Brücke registrieren, die wir hätten erreichen sollen...

An der Talsperre entlang führt ein herrlicher Trampelpfad, weich geht es in einen Birkenwald- mit Fliegenpilzen und Moos fehlt nur noch Hexe Babajaga...

Später streiften wir eine der alten Poststraßen und schmunzelten über die vermerkten Reisezeiten. Ein Blick zum Himmel verheißt nichts gutes, die Hoffnung trägt der Wind, der hoffentlich alles verweht. Eine kurze Rast unter einem Apfelbaum- die auf der neuen Reitkarte vermerkten Gasthäuser gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Regenmantel wird nun doch übergewurfen und weiter geht es in ein neues Dorf. Beim Überqueren einer Kreuzung bin ich mir meiner eigentlichen Vorrangigkeit bewusst, registriere jedoch einen Fahrradfahrer der das anders sieht! Im ungebremsten Fahrtrausch brettert er im Slalom mitten durch unsere Reihen, dreht sich um und zeigt uns den Vogel- ob der wusste, was er tat?

Die Autobahnüberquerung war unspektakulär- winken, hupen und schau, da oben sind Pferde... das kennen unsre Vierbeiner schon- nichts worüber man sich aufregen müsste! Wieder in Waldgebiete eintauchend, passieren wir eines der letzten Grundstücke am Wald. Unser Weg führt ins Tal, das Grundstück liegt weit oberhalb- also 2-3m über den Köpfen der Pferde. Unser Letzter hält sich tapfer, als Fohlen gebissen, hasst er Hunde- die, die sich jetzt über ihm die Leftzen zerfetzen!

Katrin spürt die Drahtseilspannung seiner Nerven, bis der letzte Hund an den Maschendrahtzaun springt. Ab ging die Post nach unten und auch der vorletzte hüpft 3,4 Sprünge mit- besser ist besser! Dann hat man sich wieder ein- alles sortieren und weiter geht es ins Abenteuer- was da hieß: wann endlich gibt es was zu essen!!!

Es wird 15.30- als wir die letzte der 4 vermerkten Gasthäuser anpeilen und sogar eine offene Tür und einen netten Wirt entdecken! Im Bahretal zur „Tanne“lacht der Cappu aus der Tasse und der Tag ist gerettet! Der einsetzende Regen auf unserer letzten Reitstunde macht uns nichts aus- bald werden wir ein trockenes Plätzchen haben. Das Rittergut im Bielathal ist gut für solche wie uns ausgerichtet; viel Platz für Vierbeiner und eine liebevolle Bewirtung rundum-

 

 

5.9. Alle sind startbereit und schon etwas gespannt- heute wollten wir einen Blick auf die Festung Königsstein erhaschen.

Aber für drei ist es auch der letzte Tag unserer gemeinsamen Reise.

Urige, wild, weiche Waldwege- eine herrliche, wenn auch kurze Strecke, denn wir umgehen die zerfahrenen Gleise einer Waldmaschine- versumpfen in verwachsenen Gleisen und stolpern weiter unten wieder auf genau den selben Waldeinschlag. Meine Ohren hören Keile klirren und die ausgesetzte Motorsäge bedeuten nur eins: Baum fällt! Nur wann und wohin will ich nicht austesten- also gebt mal Gas!

In sicherer Entfernung stehen wir an einem Abhang, der von den Pferden viel verlangt. Zurück wäre noch gefährlicher- also sitzen nun auch die Letzten ab, schnallen die Zügel aus und überlassen den Pferden ihren Weg. Selbst mit sich zu tun, gelangen auch meine Reiter unten auf der Teerstraße an, genau wie meine Pferde, die auf das Rufen sicher ihren Weg finden.

Pause- auch für Willi,dem dieses Wetter liegt.

Ein Hinweisschild und der nächste freie Blick erhaschen die begehrte Burg! Königsstein voraus!

Eine Kleewiese verwöhnt unsere Pferde direkt an den Festungsmauern und wir selbst sind Attraktion, an der sich keiner stört. Ein Kaffee, ein Lächeln- ein leichtes Bedauern, nicht doch wie früher in die Festung reiten zu können-

aber ein klein bischen Stolz einer der Millionen Reiter gewesen zu sein...

wenn die alte Festungsstraße erzählen könnte!

Wir jedenfalls denken beim Abstieg darüber nach...

Wieder gibt der Buchenbestand den Blick frei- dies Mal landet er auf der Elbe!

Ein altbekannter Fluss und dennoch wieder neu- die Fähren jedenfalls sind Pferdeunfreundlich! Von drei Anlegestellen gehen drei unpassierbare Schiffchen ab- keines in der Lage 6 Pferde aufzunehmen! Warum kann da nicht eine kleine Autofähre mit Blechboden den Transport größerer Gewichtsklassen erleichtern?

Wir nämlich müssen so die Brücke in Bad Schandau nehmen. Müssen an 3 Baustellen vorbei, ständig mit der Angst von hinten überrollt zu werden! Rechts der begrenzende Fels, 30 cm Randstreifen, links Leitplanken, beidseitig rollender Verkehr, der mit teilweise 80km an dir vorbeiquetscht...

Dieses mal sind meine Nerven Drahtseile-6 Pferde und mein Hund vor mir; 5 Reiter dazwischen und mein „Freund und Helfer“ fährt auch noch an uns vorbei!

Da hätte ich ja fast an eine schützende, verhindernde helfende Hand geglaubt-

aber auch durch dieses Nadelöhr schaffen wir es!

Glücklich die Wanderwege wieder zu erreichen, passieren wir eine Schinken-, wechseln zur Holz- und essen in der Lochmühle.

Ein schöner Waldweg führt uns nun sacht bergauf- alle genießen diesen allmählichen Anstieg, denn bei dem einen oder anderen macht sich Muskelkater breit. Die ersten Blasen sind entstanden, die ersten Pfunde gekullert-

Ob hier keiner Pilze sammelt, frag ich mich immer wieder- wirklich schade

Die Vorfreude wegen der gelesenen:“ 1,9 km Kleingießhübel“ wäre mir fast zum Verhängnis geworden- eine unpassierbare Brücke schien dem ein Ende zu bereiten. Ein tief eingeschnittenes Bachbett mit Geröll, Steinbrocken und Moos- ein sehr schwieriges Geläuf für Pferdehufe?? Ein Erkundungsgang machte mich auch nicht recht sicherer- umkehren?

Eine Stelle- aber ob alle mit dem linken Bein diesen Schritt machen würden?

Ich führe meine Stute hinüber- sicher, dass diese auch wieder zurück käme.

Dann nehme ich den Kasper, der dem ich den verhängnisvollen Sprung am ehesten andichten würde. Von der anderen Seite begrenze ich diese Stelle so gut es geht mit mir selber- damit „Hüpf „eben in Ruhe sieht, was ich von ihm möchte. Schon bei der falschen Gewichtsverlagerung schicke ich ihn zurück, bis er endlich versteht und mir das richtige Bein über die Stelle setzt, hinten nach zieht und nicht mit der Schulter an den Felsen schrammt. Gewonnen- alle anderen können sich sortieren- auch über das ausgewaschene Geröll und dem sumpfig endenden Wanderweg.

Die 10 min Dorfstraße und ein herzliches Willkommen!

Mit viel Lachen geht nun diese Woche zu ende- leider schon.............

 

6.9. Mit einem herzlichen Abschied verlassen wir das wunderschöne Quartier mit dem traumhaften Lilienstein im Blick, dem Kaffeetisch mit handbemalten Tellern, Eiern von glücklichen Hühnern und Gellees, die ich so köstlich fand-

Neue Reiter, Spannung, Aufregung und einige Korrekturen am Gepäck- dann geht es los- auf zur Elbe. Die beiden netten Gastgeberinnen begleiten uns mit ihren Pferden ein Stück-Heute ist es nur ein kurzer Ritt. Eine Pause für die Pferde und eine Eingewöhnung für unsere „Neuen“. Die Pause scheint jedoch nicht ganz so lange zu werden, denn wir verreiten uns schon nach der ersten Stunde. Den Anweisungen folgend halten wir uns an den ausgeschildertenden Reitweg. Eine Zeit und- Energieverschwendung! Sackgasse nach 30 min Kampf gegen Sumpf , bemoosten Dämmen und scharfkantigen Steinen. Missmutig stapfen alle wieder zurück und folgen nun der langen Asphaltstrecke.

Endlich folgen wir der Elbe und dem Elbweg zum Hafen. Wieder eine Sackgasse: un vom Schild aus nicht erkennbar- was uns aber einen schönen Galopp auf der Elbwiese einbringt. An den Äpfelbäumen jedoch kommen nur 5 Pferde an- das 6. wird tänselnd zurück geritten? Unverständnis, Mutmaßungen, bis die Reiterin absitzt und ihre Kappe aufhebt! Innerlich telepathiere ich: ja nicht aufsitzen!!!

Und sie bemerkt die Unruhe ihres Pferdes selbst- eine verschworene Gesellschaft trennt sich nicht! Auch wenn wir das Wiehren nur erahnen, so bin ich mir der Antwort meiner Anwesenden doch akustisch sicher- nichts ist zur Zeit mehr in den Köpfen verankert, als das Beieinandersein!

Es wäre gefährlich, jetzt nicht schnell in den Sattel zu kommen. Wenigstens das unterlässt Sonja und führt den unsicheren Hüpfer zu uns. Eine Runde für Alle- lege ich fest: keiner nimmt sein Pferd mit auf Sammelreisen!

Mit viel Durst nehmen wir den restlichen Tag, der an die 30 Grad bringt

Und alle sind froh, die Einfahrt des Wanderreithofes hinauf zu finden. Zum Festungsblick würde doch nicht gelogen sein! Der Aufstieg verhieß wirklich einen schönen Blick auf die uneingenommene Burg- das sollte aber auch das einzig schöne sein! Das umwerfenste war die Begrüßung: Verbissen und nicht im besten Tag seines Lebens knirschte mich ein Männel an: Ihr habt nicht am Donnerstag angerufen und jetzt habe ich nichts mehr frei! Ein Kusch hätte noch gefehlt- die Geschichte mit dem vermeintlich vergessenen Ladegerät schenkte ich mir- um der Gäste willen unternahm ich einen weiteren Versuch: Zimmer wären doch gar nicht nötig- eine Koppel für die Pferde und für uns eine Box? Wieder Salz in die Wunde: ja wenn ich´s vor drei Tagen hätte gewusst... Jetzt reicht´s mir aber! Vor 3 Tagen ist eben der Anruf vergessen worden, dass tut mir leid- aber vor 8 Tagen habe ich alles durchgegeben, zu 95 % gebucht und stehe nun eben hier!

Wenn meine Gäste 22 Uhr mit ihren Pferden ein Asyl wollen, wird Platz gemacht - keine Herausforderung!Falls ich ihre WANDERREITSTATION jedoch mit Gastreitern überfordere, dann... weiter komme ich nicht- Treffer!

Na, nun komm mal!!! Ein Einlenken gestatte ich soweit es meine Gäste betrifft- ich selbst bin sauer! Der Gestank von Gemüserestern die der Verrottung anheim gehen, nimmt in den Boxen die Luft- ein ekliger Gedanke hier zu nächtigen...

Die plötzlich frei gewordenen Zimmer werden nur von Sonja belegt. Sie erhofft sich neues aus der benachbarten Wollschweinezucht. Der Rest ist geknickt und entschlossen Sympathie zu bekunden und mit mir im Freien zu nächtigen..

Zuvor jedoch stehen die Pferde noch im Hof und saufen schon das Blumenwasser aus dem Trog- erst mit der Nachfrage erhalten wir einen halben 10l Eimer. Spitz bemerke ich die Frage: ob es für den Hund sei? Erst dann kommt Bewegung in den Kerl, der mit einem Schlauch wiederkommt. Die Frage nach Kraftfutter unterlasse ich. Jana erfragt, ob man auch ohne Zimmerbenutzung duschen dürfte; ich quittiere das Frühstück als machbar, lehne aber das Abendbrot vom Hof ab. Lieber lauf ich 30 min zurück an den Kai der Elbe! Der Einstieg war der boshaftigste, der mir je gemacht wurde- nie wieder betrete ich diese Hallen!!!

Die 30 min Aufstieg genießen wir unter 1000 Sternen- das Nachtlager ist schnell gebreitet und erst im frühen Morgen werde ich vom Grollen wach- das Wecken der Anderen fällt schwieriger aus. Die ersten Tropfen treiben zur Eile. Und die dicke Luft umhüllt die Flüchtenden- der erste der einen schönen Platz im Heu hat ist Willi- alles legt sich drimstnim-

 

 

7.9. Nach dem Frühstück, der Zuteilung von je 2 Schrippen und 1 Tasse Kaffee, der Bezahlung von 5 € je Frühstück und 5€ je Nachtlager auf dem Hof!!!!

verlasse ich diese WANDERREITSTATION, die ich nur weiter empfehlen kann!

Aber der Groll wäre meine Galle- also es wird ein neuer Tag:Heute geht es zur Burg Hohnstein!!!

Die Nationalparkumrundung auf Reitwegen endet im Nichts- der erste existiert nur auf der Karte, der andere führt ins benachbarte Tal- wieder ein Umweg, der so nicht gedacht war- wieder berg auf und weiter auf Reitwegen, die wir mit Quats, Fahrradfahrern, Autos, sogar Bussen teilen müssen.

Eine Wohltat dem Tourismusmittlpunkt den Rücken zu kehren und die „Entenfarm“ anzusteuern. Mein Lernergebnis: Ankündigen- was im Tal der Ahnungslosen schwieriger wird... Hier hat man uns ohne Ankündigung erwartet- wie übrigens an jedem Übernachtungspunkt der Reise-

Hier wurde extra wegen uns eine Koppel aufgebaut und Strom organisiert! Ein Zelt lag bereit und die Betten waren reserviert- der Hafer und das Hundefutter wurde uns mit der Schubkarre angefahren- und alle waren ganz begeistert, dass hier die ersten Pferde zu Besuch waren.

Der Abenteuerzeltplatz war jetzt natürlich kaum belegt. Unsre Gesellschaft wurden Motorräder- deren nette Fahrer zur Rennstrecke wollten...

 

 

8.9. Mein Rundgang bei den Pferden machte mir deutlich, dass ich mich gestern viel zu sehr über die lächerlichen Improvisationskünsten geärgert habe- hätte ich lieber auf das Verschnüren der Satteltaschen geachtet! Kessel hat auf seinem Rücken eine Scheuerstelle. Vielleicht ein Lederbändchen, vielleicht ein Gurt???...umpacken!

Frühstück mit Bufett- eine vollkommene Stärkung bevor es zur Burg ging-

Hohnstein- als Jugendherberge selbst kein Anziehungspunkt, aber die alten Gemäuer schon- imposant zu betrachten.

Die Serpentinen geschafft, klangen die mehr Psìgen Geräusche um so deutlicher ans Ohr- wir befinden uns nun auf der „Rennstrecke“ , auf die ich NICHT wollte!

Michas Idee: die Strecke so kürzen, damit wir ohne Gepäck noch eine Runde vom nächsten Hof drehen können, war dem Kesselflicker zumutbar.

Die Besitzer waren auch sehr nett, erläuterten ihre Möglichkeiten und auch die , der „mal nicht auf Asphalt“ reiten wollenden-

(immer deutlicher wird mir die heimisch lobenswerten Bodenbelege )

Abendbrot im Gasthaus“Zur Rennstrecke“ wo es Hundebier gibt! ÜN in der Panoramaranch

9.9. Früh rufe ich im Wanderreithof Körner an- der meldet sich gleich zurück und holt unser gesamtes Gepäck ab!

Serviece vom Besten- Ungehindert reiten wir nun um die Burg Stolpen und durchs Burgtor 1.

Mit Absprache von unserer Ritterin erhielten wir die Genehmigung, auf den ersten Teil der Burg zu gelangen- historisch stehen wir auf uralten Steinen...

Die Mitreiter strömen zum Rundgang, wir zwei genießen die Sonne und die an Obstbäumen ruhenden Pferde.

Später, während die Pferde sich über frisches Gras hermachen, erzählt man uns Cosselgeschichten-

Am Netto werden Kleinigkeiten dazu geholt und Getränke aufgefüllt- weiter geht es, um die Burg herum- viel ebener als wir es gewöhnt sind...

So kommen wir gemütlich zum Rodeosieger- Thomas Körner

Die überraschenden Geburtstagsgrüße an Sonja landen auf meinem Handy??!!

Die sich ergebende Apfelweinwette von 1989 ergeben 3 Flaschen Sekt!!!

 

10.9. Früh wird noch der Gepäcktransport organisiert und wir werden vom Thomas und seiner Stute bis zum Siggi begleitet- eine schöne, weiche Strecke-

die ich in den Diagonalen nicht so einfach finden würde.

Wir lernen uns auch mit einer fremden Dame zu benehmen- und tippeln nicht aufgeregt vor der Schöhnheit hin und her- Navaju erhält seine ertse Lektion-

Uwe ebenfalls, denn er wird aufgefordert sich in der Reihe zu halten,schließlich könne Jana nicht die ganze Arbeit alleine machen!

Thomas führt uns zur Westernstadt, die wir in seiner Begleitung ganz anders betreten...

Nixentag von Uwe/ nicht empfehlenswertes Wiederholen von Honig-Hühnchen/ Diagonale:wie ich das Wort liebe!“

 

11.9. Zum längsten Streckenabschnitt geht es auch schon eine Stunde früher! Alles klappt, genau wie Thomas es uns aufgezeichnet hat. Wir finden auch für Micha ein Paar neue Schuhe- direkt vorm Vietnamesenhandel mit den Pferden abgeparkt. Das Mittagessen in der gehörnten Ziege auf tschechischer Seite lassen wir wegfallen, wir liegen noch so gut in der Zeit, dass wir noch keinen Hunger verspüren. Weiter geht es und wir sind schon auf der grünen- alles überstandenen Wanderlinie, als sich die Wegstrecke immer weiter zieht... wir kommen zu langsam voran!? Pause??? wie auf Wunsch kommt eine neue Gaststätte- genau mittig und genau richtig-

15.30 geht es weiter- und weiter und weiter... es wird 19 Uhr als uns Andreas entgegen kommt- genau auf den Acker, wo vor 5 min Uwe wie ein Maikäfer auf dem Rücken lag- ich sehe ihn noch fallen- in Zeitlupe, mit dem Sattel einfach nach unten kippend- und der brave Kesselflicker bleib stehen-

der Aufschlag in den weichen Acker bewirkte eins: der Reiter wurde munter!

Uwe war nach 8 Stunden im Sattel eingeschlafen-

die Sonne geht unter, ehe wir Jana auf dem Acker vergessen und Ramona Uwe singen lässt...

 

 

12.9. Von der Adlerranch zum Marienkloster- 23 km mit Tempo 7-

Die Ebene der Bockmindmühlen (die ich leider nicht sehen konnte) aber den besagten Wind im Gesicht, laufen wir in Richtung Polen. Die Waldstrecke zur Neiße selbst war für mich eher ein „bestimmt vermacht!“ denn es ging lange bergauf-

plötzlich bergab und endlich standen wir am Grenzfluss-

Die ersten Grenzsäulen und keine Möglichkeit ans Wasser zu kommen!

4 km erstreckt sich der Fluss unerreichbar- bis zum Kloster Marienthal-

dort sichten wir eine Sandzunge- die sich aber in näherer Betrachtung dem Kloster zugehörig erwies. Der Eingang zum Kloster,die Brücke zum Sägewerk, wurde genau so wenig Hindernis, wie die Stufen an den Fluss-

Wasser und saufen, war unser festes Ziel-

natürlich wollten wir auch den Grenzfluss selbst unter die Hufe nehmen;

hatten wir doch seinetwegen 300km hinter uns gebracht.